Mainz öko-logisch!

Nachhaltigkeit und Klimaschutz bekommen Vorrang. Wir brauchen eine nachhaltige Stadtentwicklung, die auch den nachfolgenden Generationen gerecht wird. Und ich möchte, dass wir beim Kommunalen Klimaschutz klar Kurs halten.

Unter meiner Leitung wurde der „Masterplan 100% Klimaschutz Mainz“ entwickelt und im dazugehörigen Lenkungskreis gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft, des Klimaschutzbeirates und der Kirchen einvernehmlich beraten. Mainz hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95% und den Endenergieverbrauch um 50% zu reduzieren.

An diesem städtischen Konsens für eine gute und gesunde Zukunft gilt es festzuhalten und Schritt für Schritt die Ziele konsequent umzusetzen.

Wir müssen mit Flächen sorgsam und überlegt umgehen. Aus meiner Sicht darf es keinen zusätzlicher Flächenverbrauch geben, ohne die Festlegung qualifizierter Ziele für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Unsere Stadt braucht Grün- und Naherholungsflächen, ein gesundes Stadtklima und ein sensibles Steuern mit städtebaulichen Instrumenten, damit gewachsene Strukturen und Quartiere nicht im Wandel ihren Charakter und ihre Wohnqualität verlieren.

Bei meiner Sommerschorletour im Juli und August war ich selbstverständlich auch auf dem Campus unserer Universität unterwegs. Kolleginnen und Kollegen aus dem geographischen Institut haben anhand eines Modells gezeigt, wie wesentlich eine gute Gestaltung von öffentlichen Plätzen Einfluss auf das Mikroklima hat. Das ist erstaunlich zu sehen. 

Im Nachgang zu dem Treffen habe ich viel darüber nachgedacht und habe mich gefragt: wo in Mainz sind öffentliche Flächen, die wir beispielhaft entsiegeln und anders bepflanzen können? Wo finden wir solche Flächen überall im Stadtgebiet? Es sind die Schulhöfe.

Eine Fläche von über 400.000 m² sind Schulhöfe in Mainz. Ja, da gibt es auch mal einen Bolzplatz und einen Baum und ein Gebüsch. Aber fast alle sind ein Paradies für Freunde des Betons und des Teers  – und deshalb will ich die Schülerinnen und Schüler in dieser Stadt einladen, gemeinsam mit den Eltern, mit den Lehrerinnen und Lehrer, mit klugen Betrieben aus dem Garten- und Landschaftsbau ein Konzept zu machen.

So starten wir Quadratmeter für Quadratmeter damit, neues Grün anzulegen, neu zu bepflanzen und gemeinsam mit den Schulen ein Meer von grünen Oasen kreuz und quer durch die Stadt zu schaffen. Das ist für mich praktischer und konkreter Klimaschutz. Davon haben wir alle etwas.

Ökologisch entwickeln!

Mainz lebt auf seinen Plätzen. Die Aufwertung des öffentlichen Raums muss weiter gehen.

Nach der Fertigstellung der Großen Langgasse, des Münsterplatzes und der Boppstraße, die Fußgängern und Radfahrern mehr Platz und mehr Sicherheit bieten, muss es aus meiner Sicht mit dem Ernst-Ludwig-Platz und dem Rheinufer weiter gehen.

Mit der Fertigstellung der Landtagsbaustelle und der beginnenden Sanierung des Kurfürstlichen Schlosses braucht der zentrale Ernst-Ludwig-Platz eine Erneuerung, die ihn grün und als Begegnungs- und Freizeitort attraktiv werden lässt.

Öffentliche Räume als Orte der Begegnung möchte ich weiter zurückerobern.

Dazu passt nicht, dass morgens auf dem Gutenbergplatz das Staatstheater vor lauter Lieferfahrzeugen der unzähligen Paketdienste kaum noch zu sehen ist. In den kommenden Jahren will ich deshalb eine kluge City-Logistik, die den öffentlichen Raum stärkt und die Umwelt nachhaltig schont.

Mit der Förderung des Landes kann das Rheinufer zwischen Fort Malakoff und Kaisertor in Angriff genommen werden. Es ist einer der wichtigsten Naherholungsräume. Und warum soll es zukünftig nicht möglich sein, dann mit einem Ponton auf dem Rhein auch das Schönste am Fluss genießen zu können, nämlich das Wasser?

Ich werde mich für ein Schwimmbad auf dem Rhein einsetzen.

Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie wird die Gemeinsamkeit gepflegt in einer größer werdenden Stadt? Wie erhalten und bewahren wir kulturelles Erbe und wie stärken wir unsere historische Identität als Stadt im Rhein-Main-Gebiet?

Um Fragen der nachhaltigen Stadtentwicklung, des sozialen Zusammenhalts und der Stärkung des historischen Profils im Stadtgebiet gemeinsam zu denken, möchte ich erreichen, dass sich die Landeshauptstadt Mainz für eine Landesgartenschau bewirbt.

Kernbereiche sind für mich die Zitadelle, die römische Meile vom neuen RGZM, dem römischen Theater und dem Drususstein sowie dem notwendigen Brückenschlag dieser Meile hin zum Rhein und insbesondere zum Winterhafen. Ein so ausgerichteter Planungs- und Realisierungsprozess birgt die große Chance, in einem Kernbereich von Mainz öffentliche Grün- und Naherholungsflächen aufzuwerten, endlich die gewünschte Spiellandschaften für Kinder auch am Rhein zu erschließen und eines der großen Pfunde unserer Stadtgeschichte, das römische Mainz, zu erhalten und attraktiv und zugänglich zu präsentieren.

Mobilität ökologisch!

Wie wäre es dann noch mit einer elektrisch betriebenen Fähre, die Menschen und Fahrräder zwischen beiden Rheinufern transportieren kann? Wir sollten die technischen Innovationen unserer Zeit dafür nutzen, das Leben besser und nachhaltiger zu gestalten.

Mainz hat viele schöne Facetten. Aber leider auch ein riesengroßes Ärgernis. Der Fluglärm über Mainz ist belastend und wie aus einer Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen bekannt, auch gesundheitsgefährdend. Seit Jahren kämpfen die Stadt und viele engagierte Mainzerinnen und Mainzer insbesondere für eine Reduktion der Flugbewegungen, für die Einhaltung eines effektiven Nachtflugverbots von 22 bis 6 Uhr und technische Anflugverfahren, die Belastungen reduzieren helfen. Nach wie vor ist die hessische Landesregierung nicht zu Zugeständnissen bereit. Im Gegenteil: Terminal 3 wird gebaut und Billigflieger nach Frankfurt gelockt.

Es bleibt mein Ziel, über alle Partei- und Landesgrenzen hinweg, ein Nachtflugverbot durchzusetzen, das seinen Namen auch verdient.

Ich unterstütze die Forderung der Mainzer Landesregierung, Verstöße gegen das bestehende Nachtflugverbot deutlich drastischer zu bestrafen. Aktuell sehe ich für eine nachhaltige Reduzierung von Flugbewegungen einen wichtigen Ansatzpunkt in der geführten Klimaschutzdebatte. Nach meiner Auffassung ist es richtig, Flüge zu verteuern und Subventionierungen des Kerosins abzuschaffen. Nicht das Flugzeug, sondern die Bahn soll zukünftig in Deutschland privilegiert werden.

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